Kommunikation Teil 3 - Der Hals

Durch die Aufrichtung des Halses können sich Pferde sehr gut ausdrücken - zum Beispiel um Gefahren anzukündigen oder Artgenossen zu Beeindrucken.

Dieses Alter-Real Pferd hat die Ohren nach vorn gerichtet und ist aufmerksam.

Erhobenen Kopfes

Ein hoch erhobener Kopf mit nach oben gestrecktem Hals ist ein Zeichen hoher Aufmerksamkeit und auch Vorsicht. Das Pferd baut sich zu seiner vollen Größe auf, um eine Situation zu überblicken, weshalb beispielsweise auch Springpferde Kopf und Hals vor einem Hindernis heben – sie können es so besser fixieren und einschätzen. Auch werden die Artgenossen durch eine solche Halspositur auf eventuelle Gefahren aufmerksam gemacht. Zusätzlich löst diese Haltung die Ausschüttung von Adrenalin aus, um das Pferd in einer von ihm als bedrohlich empfundenen Situation auf eine schnelle Flucht vorzubereiten. Der Puls beschleunigt sich und die Tiere werden kurzzeitig leistungsfähiger. Da diese Halshaltung die Adrenalinausschüttung automatisch bedingt, kann man aufgeregte Pferde beruhigen, indem man sie sanft und ohne Druck dazu bringt, den Hals wieder sinken zu lassen.

Hengste zeigen beim Imponieren gegenüber Stuten oder anderen Hengsten von Natur aus eine als sehr ästhetisch empfundene Halshaltung: Sie erheben die Halswirbelsäule leicht und wölben dabei die Oberlinie des gesamten Halses auf, der Kopf wird mit der Nase an der Senkrechten getragen. Die Tiere wirken in dieser Position imposant und kräftig, was der Einschüchterung eines Kontrahenten bzw. dem Beeindrucken von Stuten dient. Die Kopf- und Halshaltung wirkt sich auch auf den restlichen Körper aus, da der Rücken ebenfalls aufgewölbt wird und die Hinterhand mit kräftigen Tritten unter den Schwerpunkt, also die Mitte des Pferdes, kommt. Die jeweilige Gangart wirkt dadurch ausdrucksstark und schön, weshalb eben diese Haltung das erklärte Ziel der Versammlung unter dem Reiter ist. Dabei ist natürlich darauf zu achten, den Nasenrücken nicht hinter die Senkrechte zu ziehen und das Pferd als Reiter in seinen schwungvollen und raumgreifenden Bewegungen nicht zu behindern.