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Deutschlands „Gefährten des Lichts“ - Teil 1

Seit dem Tournee-Start von "Gefährten des Lichts“ suchten wir nach Vereinen und Privatpersonen, die sich in besonderem Maße für Mensch und Tier einsetzen. Nun freuen wir uns, Ihnen unsere „Gefährten" vorzustellen!

"Dexy's Midnight Runner" fühlt sich auf dem RVC Wedemark richtig wohl.

1. Der RVC Wedemark - seit Jahren ein Wohlfühlort für Tier und Mensch

In Hannover lernten wir die Reitpädagogin Iris Berthold kennen, die seit 25 Jahren den Reit- und Voltigierclub RVC Wedemark betreibt. Hier werden auch Therapiestunden für geistig beeinträchtigte Menschen angeboten, indem sie Kunststücke auf dem Pferderücken ausüben, um so ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten zu stärken. Ein tiefes Vertrauen zwischen Mensch und Pferd ist dabei elementar und auch ein gutes Durchhaltevermögen darf bei diesem anspruchsvollen Sport nicht fehlen!

Für Iris Berthold steht neben dem Wohl ihrer Schüler vor allem auch das ihrer tierischen Schützlinge im Vordergrund. So konnte sie bereits einige Pferde vor dem Einschläfern retten und den zumeist kranken Tieren durch kontinuierliches Training zu vollständiger Genesung verhelfen. "Dexy’s Midnight Runner" darf sich ebenfalls glücklich schätzen nun auf dem Hof Wedemark ein Zuhause gefunden zu haben. Der Hannoveraner-Wallach litt an Elefantritis und galt nach einem erfolglosen Therapiejahr in der Tierklinik als hoffnungsloser Fall – bis sich Iris seiner annahm. Durch regelmäßige Bewegung und einer großen Portion Liebe und Zuneigung haben sich die Schwellungen an seinen Beinen fast vollständig zurückgebildet, sodass er nun ein ganz normales Pferdeleben genießen kann – als Voltigierpferd.

Nähere Informationen zum Reit- und Therapieangebot des RVC Wedemark finden Sie hier.

Dank Heike Kraus geht es Pony-Stute "HHO Mystery" in ihrem neuen Zuhause wieder gut.

2. Hungry Horse Outside – tierisch gute Taten in Irland

In Stuttgart durften wir die nächste "Gefährtin des Lichts" kennenlernen: Heike Kraus vom irischen Tierschutzverein Hungry Horse Outside, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Pferde in Irland aus schlechter Haltung zu retten und weiterzuvermitteln. So begann auch Heikes Geschichte bei HHO: Sie adoptierte zunächst die beiden Ponys "HHO Mystery" und "Etana", bevor sie sich 2015 dazu entschloss, als festes Mitglied die Vermittlung von Pferden nach Deutschland zu betreuen. Dank ihrer Hilfe konnten bereits über 200 Vierbeiner ein neues Zuhause finden.

Ihre Motivation? In Irland ist die Pferdehaltung teilweise katastrophal! Schätzungsweise 20.000 Pferde sind freilebend, die entweder auf Pferdemärkten stehengelassen oder von ihren Besitzern nicht mehr unterhalten werden. Der erschreckenden Realität setzen die Helfer von HHO etwas entgegen - durch ihr Engagement wollen sie ein Umdenken in der Bevölkerung erreichen und ein Bewusstsein für den fairen Umgang mit den Tieren schaffen. Die Arbeit ist ein Knochenjob, doch das Resultat dafür unbezahlbar. Auch Heike Kraus ist froh, ihren Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten zu können: „Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn man in die Augen eines geretteten Tieres schaut und sieht, wie dankbar es ist.“

Mehr Infos zu Hungry Horse Outside finden Sie hier.

Das Schwungtuchtraining ist für Pferd und Mensch gleichermaßen aufregend und eine willkommene Abwechslung.

3. DRK Reiterstaffel Emsland – Mit Gelassenheit zu tierisch guten Taten

In Münster besuchte uns die ehrenamtliche Sanitäterin Ina Budzynski von der DRK Reiterstaffel Emsland. Sie gehört zu den insgesamt acht Reitern, die vor allem bei Großveranstaltungen oder auf unwegsamem Gelände zum Einsatz kommen. Jedes Mitglied ist verantwortlich für das obligatorische Gelassenheitstraining seines Vierbeiners, bei dem das Tier an unbekannte Gegenstände und Situationen gewöhnt werden soll. Für die Profis gehören statische Objekte jedoch mittlerweile zum Alltag: Echte Highlights sind deshalb z.B. Trainings mit dem Schwungtuch, bei denen das Pferd auch unter dem Tuch Ruhe und Gelassenheit bewahren soll.

Neben der sanitätsdienstlichen Aufgabe erfüllt die Reiterstaffel Emsland vor allem auch eine wichtige Vorbildfunktion für Pferdehalter: An der bemerkenswerten Ruhe der Pferde bei Einsätzen sieht man nämlich, dass eine gewaltfreie Herangehensweise beim Training, ein gegenseitiges Vertrauen und viel Geduld mit den Tieren die wichtigsten Komponenten für eine harmonische Zusammenarbeit darstellen.

Weitere Informationen rund um die DRK Reiterstaffel Emsland finden Sie auf der Homepage oder auf ihrer Facebook-Seite.

Rebecca Lutz arbeitet mit Leidenschaft und das schätzen ihre tierischen Patienten (Foto: Linda Böse)

4. Veterinärphysiotherapie - Aufmerksamkeit schafft Gesundheit

Rebecca Lutz ist gelernte Humanphysiotherapeutin und startete vor 2 Jahren ihre Weiterbildung zur Veterinärphysiotherapeutin - nun steht sie kurz vor ihrem Abschluss, aber hilft bereits jetzt schon Bekannten und Freunden, wenn die liebsten Vierbeiner mal auf professionelle Unterstützung angewiesen sind. 

Den Fokus legt die leidenschaftliche Reiterin dabei auf Hunde und Pferde, zu denen sie sich besonders verbunden fühlt. Weil jedes Tier individuell ist, benötigt es auch bei der Therapie eine aufmerksame Herangehensweise. Das schönste für Rebecca ist dabei, dass ihre tierischen Patienten immer mitmachen und sich auf die Behandlung einlassen. „Sie zeigen einem auch sofort, ob man mit dem, was man tut, richtig liegt oder anders rangehen sollte.“, erklärt die 26-Jährige. Für sie ist es das schönste, einem Tier den Schmerz zu nehmen und dessen Dankbarkeit zu spüren. Nach der Ausbildung sind auch schon weitere Aktionen geplant – Rebecca möchte Reitbetrieben mit Schulpferden eine kostenfreie Behandlung der Tiere ermöglichen, um sie körperlich zu entlasten und Beschwerden zu lindern. Sie wünscht sich einen aufmerksameren Umgang von Pferdehaltern mit ihren Vierbeinern, damit Verletzungen möglichst schnell behandelt und Langzeitschäden vermieden werden können. 

Mehr Informationen über die angehende Veterinärphysiotherapeutin Rebecca Lutz erhalten Sie auf ihrem Blog, wo Sie auch interessante Fakten rund um das Thema Tiergesundheit erfahren können.

Pony-Stute "Anja" lebt seit 17 Jahren glücklich auf dem Pferdeschutzhof

5. Friedliches Leben auf dem „Pferdeschutzhof Four Seasons e.V.“

Vor rund 17 Jahren gründete die ehemals tiermedizinische Fachangestellte Ina Schweikardt gemeinsam mit ihrem Mann Andreas den Verein „Pferdeschutzhof Four Seasons e.V.“. Hier geht es ganz allgemein um das Wohl der Tiere, egal ob Pferd, Katze oder Bartagam – sie alle sind willkommen und erwünscht. Mit der Gründung im Jahr 2001 sollte zunächst ein Gnadenhof für Pferde entstehen, doch bereits nach einem Jahr beschloss die Familie, ihr Tätigkeitsfeld zu erweitern. Mittlerweile sind sie zuständig für die Aufnahme und Vermittlung von Fundtieren und fahren darüber hinaus fast täglich Einsätze zu in Not geratenen Tieren.

Das insgesamt 10 Hektar große Weideland mit den drei Stallungen beherbergt zur Zeit einen ganzen Zoo von Tieren: 20 Pferde, Hängebauchschweine, Ziegen, Hühner, Katzen, Schildkröten – die Liste ist endlos, genauso wie die Hilfsbereitschaft von Familie Schweikardt. Auf dem Hof helfen alle mit, damit sich die vielfältigen Bewohner des Schutzhofs wohlfühlen können. Dazu zählt auch die 33 Jahre alte Ponystute „Anja“, die seit Anbeginn Teil der Familie ist. Das ehemalige „Schrottplatz-Pony“, wie in Zeitungen häufig genannt, fand man auf einem sandigen Auslauf mit Container auf einem Schrottplatz in Brockhagen. Ohne Wasser, Futter und Stroh war „Anja“ sich selbst überlassen und vegetierte dahin. Bis Ina Schweikardt sie zu sich holte, wo sie bis heute ein glückliches und geselliges Leben führen kann.

Für mehr Infos zum „Pferdeschutzhof Four Seasons e.V.“ klicken Sie hier.

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